Direkte Bundessteuer 2026: Tarif, Abzüge und Berechnung
Der einzige Teil der Einkommenssteuer, der in Genf gleich hoch ist wie in Zug – und wie er sich Franken für Franken berechnet.
So funktioniert der Tarif
Die direkte Bundessteuer (DBSt) ist eine Stufentarif-Steuer: Für jeden Einkommensbereich gilt ein fester Betrag plus ein Prozentsatz für jede weiteren 100 Franken. Das steuerbare Einkommen wird auf 100 Franken abgerundet, der Steuerbetrag auf 5 Rappen. Ab einem sehr hohen Einkommen (793’900 CHF für Alleinstehende) gilt der Einheitssatz von 11,5 % auf dem ganzen Einkommen.
Tarif für Alleinstehende 2026
| Steuerbares Einkommen ab | Steuer an der Stufe | Für je weitere 100 CHF |
|---|---|---|
| 15’200 CHF | CHF 0.00 | 0.77 CHF |
| 33’200 CHF | CHF 138.60 | 0.88 CHF |
| 43’500 CHF | CHF 229.20 | 2.64 CHF |
| 58’000 CHF | CHF 612.00 | 2.97 CHF |
| 76’200 CHF | CHF 1’152.50 | 5.94 CHF |
| 82’100 CHF | CHF 1’502.95 | 6.60 CHF |
| 108’900 CHF | CHF 3’271.75 | 8.80 CHF |
| 141’500 CHF | CHF 6’140.55 | 11.00 CHF |
| 185’100 CHF | CHF 10’936.55 | 13.20 CHF |
Tarif für Verheiratete und Einelternfamilien 2026
| Steuerbares Einkommen ab | Steuer an der Stufe | Für je weitere 100 CHF |
|---|---|---|
| 29’700 CHF | CHF 0.00 | 1.00 CHF |
| 53’400 CHF | CHF 237.00 | 2.00 CHF |
| 61’300 CHF | CHF 395.00 | 3.00 CHF |
| 79’100 CHF | CHF 929.00 | 4.00 CHF |
| 94’900 CHF | CHF 1’561.00 | 5.00 CHF |
| 108’700 CHF | CHF 2’251.00 | 6.00 CHF |
| 120’600 CHF | CHF 2’965.00 | 7.00 CHF |
| 130’500 CHF | CHF 3’658.00 | 8.00 CHF |
| 138’400 CHF | CHF 4’290.00 | 9.00 CHF |
| 144’300 CHF | CHF 4’821.00 | 10.00 CHF |
| 148’300 CHF | CHF 5’221.00 | 11.00 CHF |
| 150’400 CHF | CHF 5’452.00 | 12.00 CHF |
| 152’400 CHF | CHF 5’692.00 | 13.00 CHF |
Rechenbeispiel
Eine ledige Person mit 100’000 CHF steuerbarem Einkommen: Stufe «ab 82’100 CHF» = 1’502.95 CHF, plus 179 × 6.60 CHF für die 17’900 CHF darüber = 1’181.40 CHF. Total CHF 2’684.35. Ein Ehepaar mit zwei Kindern und gleichem steuerbarem Einkommen: 1’816.00 CHF minus 2 × 263 CHF = CHF 1’290.00.
Bundessteuer nach steuerbarem Einkommen
| Steuerbares Einkommen | Alleinstehende | in % des Einkommens | Verheiratete | in % des Einkommens |
|---|---|---|---|---|
| CHF 20’000 | CHF 36.95 | 0.18 % | CHF 0.00 | 0.00 % |
| CHF 30’000 | CHF 113.95 | 0.38 % | CHF 3.00 | 0.01 % |
| CHF 40’000 | CHF 198.40 | 0.50 % | CHF 103.00 | 0.26 % |
| CHF 50’000 | CHF 400.80 | 0.80 % | CHF 203.00 | 0.41 % |
| CHF 60’000 | CHF 671.40 | 1.12 % | CHF 369.00 | 0.61 % |
| CHF 70’000 | CHF 968.40 | 1.38 % | CHF 656.00 | 0.94 % |
| CHF 80’000 | CHF 1’378.20 | 1.72 % | CHF 965.00 | 1.21 % |
| CHF 100’000 | CHF 2’684.35 | 2.68 % | CHF 1’816.00 | 1.82 % |
| CHF 120’000 | CHF 4’248.55 | 3.54 % | CHF 2’929.00 | 2.44 % |
| CHF 150’000 | CHF 7’075.55 | 4.72 % | CHF 5’408.00 | 3.61 % |
| CHF 200’000 | CHF 12’903.35 | 6.45 % | CHF 11’880.00 | 5.94 % |
| CHF 300’000 | CHF 26’103.35 | 8.70 % | CHF 24’880.00 | 8.29 % |
| CHF 500’000 | CHF 52’503.35 | 10.50 % | CHF 50’880.00 | 10.18 % |
Die wichtigsten Abzüge beim Bund 2026
| Abzug | Betrag | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Berufskosten (übrige Berufsauslagen) | 3 % des Nettolohns, min. 2’000 CHF, max. 4’000 CHF | Berufskostenverordnung |
| Versicherungsprämien und Sparzinsen | 1’800 CHF (ledig) / 3’600 CHF (verheiratet), + je Kind | DBG Art. 33 Abs. 1 g |
| Kinderabzug | 6’800 CHF pro Kind | DBG Art. 35 |
| Verheiratetenabzug | 2’800 CHF | DBG Art. 35 |
| Zweiverdienerabzug | 50 % des tieferen Einkommens, min. 8’600 CHF, max. 14’100 CHF | DBG Art. 33 Abs. 2 |
| Säule 3a (mit Pensionskasse) | 7’258 CHF | BVV 3 |
| Fremdbetreuung Kinder | max. 25’800 CHF pro Kind | DBG Art. 33 Abs. 3 |
Der Lohnrechner wendet die Standardabzüge (Berufskosten, Versicherungen, Kinder, Verheiratete/Zweiverdiener) automatisch an; Säule 3a und Fremdbetreuung können Sie als zusätzlichen Spielraum betrachten.
Verheiratete, Alleinerziehende, Konkubinat: welcher Tarif gilt
Der Bund kennt zwei Tarife. Der Grundtarif gilt für alleinstehende Personen ohne Kinder. Der Verheiratetentarif – zugleich der Elterntarif – gilt für Ehepaare in ungetrennter Ehe, für eingetragene Partnerschaften und für Alleinerziehende, die mit Kindern zusammenleben, deren Unterhalt sie zur Hauptsache bestreiten. Er ist deutlich flacher und setzt später ein, weil er ein Einkommen auf zwei oder mehr Personen verteilt.
Daraus folgt die vielzitierte Heiratsstrafe: Ehepaare werden gemeinsam veranlagt, ihre Einkommen also addiert, während unverheiratete Paare je für sich – und damit tiefer in der Progression – besteuert werden. Der Verheiratetentarif und der Zweiverdienerabzug korrigieren diesen Effekt teilweise, heben ihn aber bei zwei ähnlich hohen Einkommen nicht auf. Umgekehrt fahren Paare mit sehr ungleichen Einkommen mit der Heirat in der Regel besser, weil das Gesamteinkommen auf einem flacheren Tarif landet.
Im Konkubinat mit Kindern kann nur eine Person den Elterntarif beanspruchen – in der Regel diejenige mit dem höheren Einkommen, sofern sie den Unterhalt überwiegend trägt. Die Kantone regeln die Zuteilung teils abweichend, weshalb sich hier ein Blick in die kantonale Wegleitung lohnt.
Von der Deklaration zur Rechnung
Anders als in Deutschland oder Frankreich wird die Einkommenssteuer in der Schweiz – ausser bei Quellensteuerpflichtigen – nicht monatlich vom Lohn abgezogen. Der Ablauf ist ein anderer:
- Provisorische Rechnung: Anfang Jahr stellt der Kanton eine Akontorechnung, geschätzt auf Basis der letzten Veranlagung. Sie ist in Raten zahlbar, häufig in drei bis zwölf Tranchen.
- Steuererklärung: Sie deklarieren das abgelaufene Jahr, in der Regel bis Ende März, mit einfach erhältlicher Fristerstreckung.
- Definitive Veranlagung: Die Behörde prüft, korrigiert und stellt die Schlussrechnung. Zu viel Bezahltes wird verzinst zurückerstattet, zu wenig Bezahltes mit Verzugszins nachgefordert.
- Einsprache: Gegen die Veranlagung können Sie innert 30 Tagen schriftlich Einsprache erheben – ein kostenloses Verfahren, das sich bei einem nicht anerkannten Abzug regelmässig lohnt.
Die direkte Bundessteuer wird von den Kantonen zusammen mit der Kantonssteuer bezogen und erscheint auf derselben Rechnung. 78,8 Prozent des Ertrags gehen an den Bund, 21,2 Prozent verbleiben beim Kanton. Wichtig für die Budgetplanung: Weil die Rechnung erst im Folgejahr kommt, muss ein Teil des Nettolohns zurückgelegt werden. Genau dafür weist unser Lohnrechner den Steuerbetrag separat aus.
Warum die Bundessteuer nur ein Drittel ausmacht
Bei 100’000 CHF Brutto beträgt die Bundessteuer rund 1’700 CHF – die Kantons- und Gemeindesteuern dagegen zwischen 3’500 CHF (Zug) und 14’000 CHF (Genf). Die DBSt ist wegen ihres hohen Freibetrags und der steilen Progression im oberen Bereich vor allem eine Steuer für hohe Einkommen: 10 % der Steuerpflichtigen zahlen rund 80 % des Aufkommens. Wer seine Gesamtbelastung kennen will, muss deshalb die Kantons- und Gemeindesteuern einbeziehen.