BVG-Beiträge berechnen 2026: koordinierter Lohn, Altersgutschriften, Ihr Anteil
Der Pensionskassenabzug ist der einzige Sozialbeitrag, der mit dem Alter steigt. So entsteht er – mit Tabelle für jeden Lohn und jede Altersstufe.
Die Grenzwerte 2026
| Kennzahl | Betrag | Bedeutung |
|---|---|---|
| Eintrittsschwelle | 22’680 CHF | Mindestjahreslohn für die obligatorische Versicherung (3/4 der max. AHV-Rente) |
| Koordinationsabzug | 26’460 CHF | Wird vom Lohn abgezogen (7/8 der max. AHV-Rente) |
| Oberer Grenzbetrag | 90’720 CHF | Bis hierhin ist der Lohn obligatorisch versichert (3× max. AHV-Rente) |
| Max. koordinierter Lohn | 64’260 CHF | 90’720 − 26’460 |
| Min. koordinierter Lohn | 3’780 CHF | Gilt, wenn Lohn − Koordinationsabzug kleiner wäre (1/8 der max. AHV-Rente) |
Altersgutschriften nach Alter
| Alter | Altersgutschrift (Total) | Typischer Arbeitnehmeranteil |
|---|---|---|
| 25–34 | 7 % | 3.5 % |
| 35–44 | 10 % | 5.0 % |
| 45–54 | 15 % | 7.5 % |
| 55–65 | 18 % | 9.0 % |
Der Arbeitgeber muss mindestens die Hälfte der Gesamtbeiträge zahlen (BVG Art. 66); viele zahlen 60 % oder mehr. Einige Kassen wenden einen einheitlichen Satz für alle Altersstufen an, um ältere Mitarbeitende nicht zu benachteiligen – das ist zulässig, solange die Summe der Gutschriften dem Obligatorium entspricht.
Tabelle: Ihr jährlicher BVG-Beitrag (50 % Anteil) nach Lohn und Alter
| Bruttolohn | Koordinierter Lohn | 30 Jahre (7 %) | 40 Jahre (10 %) | 50 Jahre (15 %) | 60 Jahre (18 %) |
|---|---|---|---|---|---|
| CHF 22’680 | CHF 3’780 | CHF 132 | CHF 189 | CHF 284 | CHF 340 |
| CHF 30’000 | CHF 3’780 | CHF 132 | CHF 189 | CHF 284 | CHF 340 |
| CHF 40’000 | CHF 13’540 | CHF 474 | CHF 677 | CHF 1’016 | CHF 1’219 |
| CHF 50’000 | CHF 23’540 | CHF 824 | CHF 1’177 | CHF 1’766 | CHF 2’119 |
| CHF 60’000 | CHF 33’540 | CHF 1’174 | CHF 1’677 | CHF 2’516 | CHF 3’019 |
| CHF 70’000 | CHF 43’540 | CHF 1’524 | CHF 2’177 | CHF 3’266 | CHF 3’919 |
| CHF 80’000 | CHF 53’540 | CHF 1’874 | CHF 2’677 | CHF 4’016 | CHF 4’819 |
| CHF 90’720 | CHF 64’260 | CHF 2’249 | CHF 3’213 | CHF 4’820 | CHF 5’783 |
| CHF 120’000 | CHF 64’260 | CHF 2’249 | CHF 3’213 | CHF 4’820 | CHF 5’783 |
Überobligatorium: wenn Ihre Kasse mehr versichert
Lohnbestandteile über 90’720 CHF sind im Obligatorium nicht versichert. Gute Pensionskassen versichern sie freiwillig, oft bis zum zehnfachen oberen Grenzbetrag. Dann fällt Ihr Beitrag höher aus als in der Tabelle – dafür wächst das Alterskapital entsprechend. Achten Sie auf dem Vorsorgeausweis auf «versicherter Lohn» und «Sparbeitrag»: Das sind die Zahlen, die für Ihre Lohnabrechnung gelten. Im Lohnrechner können Sie den BVG-Anteil unter «Erweiterte Optionen» anpassen.
Warum der Abzug mit 55 fast doppelt so hoch ist wie mit 30
Anders als AHV oder ALV kennt das BVG keinen einheitlichen Satz. Die Altersgutschrift steigt in vier Stufen von 7 auf 18 Prozent des koordinierten Lohns. Der Gedanke dahinter ist buchhalterisch: Wer mit 60 einzahlt, hat nur noch wenige Jahre Zinseszins vor sich, wer mit 25 einzahlt, mehr als vierzig. Um bei gleichem Lohn ein vergleichbares Alterskapital zu erreichen, müssen die späten Beiträge höher ausfallen.
Praktisch heisst das: Bei unverändertem Bruttolohn sinkt Ihr Netto an drei Geburtstagen spürbar – mit 35, mit 45 und mit 55. Bei einem koordinierten Lohn von 50’000 CHF und hälftiger Teilung beträgt der Sprung von der Stufe 25–34 auf 35–44 rund 750 CHF im Jahr, jener von 45–54 auf 55–65 nochmals 750 CHF. Wer im Lohnrechner das Alter ändert, sieht diesen Effekt unmittelbar in der Nettozahl.
Dieselbe Staffelung erklärt auch, warum ältere Arbeitnehmende für Arbeitgeber teurer sind: Der Arbeitgeberanteil steigt im Gleichschritt. Deshalb wenden viele Kassen bewusst flachere Modelle an – etwa 12 Prozent für alle Altersstufen – die in der Summe dem Obligatorium entsprechen, aber die Altersabhängigkeit glätten.
Was auf Ihrem Vorsorgeausweis steht
Der Vorsorgeausweis kommt einmal jährlich und ist das einzige Dokument, mit dem sich die Zahl auf Ihrer Lohnabrechnung überprüfen lässt. Vier Zeilen sind entscheidend:
- Versicherter Lohn – die tatsächliche Basis Ihrer Kasse. Stimmt sie nicht mit unserem koordinierten Lohn überein, hat Ihre Kasse den Koordinationsabzug angepasst (häufig bei Teilzeit) oder versichert überobligatorische Anteile.
- Sparbeitrag – der Teil, der auf Ihrem Alterskonto landet. Nur dieser Betrag baut Kapital auf.
- Risikobeitrag und Verwaltungskosten – decken Invalidität und Tod und finanzieren den Betrieb der Kasse. Sie sind verbraucht, nicht gespart, und erklären, warum der Abzug auf der Lohnabrechnung höher ist als die Altersgutschrift.
- Maximal möglicher Einkauf – Ihre Vorsorgelücke. Dieser Betrag ist die Obergrenze dessen, was Sie freiwillig und steuerwirksam einzahlen dürfen.
Steuerlicher Effekt
BVG-Beiträge sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar – der Rechner berücksichtigt das automatisch. Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse ebenfalls: Wer eine Einkaufslücke hat, kann sie in Jahren mit hohem Einkommen schliessen und so die Progression brechen. Die Sperrfrist für Kapitalbezüge beträgt danach drei Jahre.
Der Hebel ist beträchtlich, weil der Abzug zum Grenzsteuersatz wirkt: Bei einer Grenzbelastung von 30 Prozent kostet ein Einkauf von 20’000 CHF effektiv nur 14’000 CHF. Wirtschaftlich lohnt er sich vor allem in den Jahren vor der Pensionierung, wenn das Einkommen am höchsten und der Anlagehorizont noch lang genug ist. Wer den Einkauf über mehrere Jahre staffelt statt in einem einzigen Jahr zu leisten, trägt die Progression jedes Mal von oben ab und spart in der Summe mehr.
Zu bedenken sind allerdings drei Gegenargumente. Erstens ist das Geld bis zur Pensionierung gebunden, abgesehen von den Ausnahmen für Wohneigentum, Selbständigkeit und definitiven Wegzug ins Ausland. Zweitens hängt die spätere Rente vom Umwandlungssatz Ihrer Kasse ab – bei einem überobligatorischen Satz von 4,5 Prozent ist das Kapital weniger wert als das Obligatorium suggeriert. Drittens wird bei der Pensionierung entweder die Rente als Einkommen oder das Kapital zum Sondersatz besteuert; die heutige Ersparnis ist also teilweise eine Steuerverschiebung, kein endgültiger Verzicht des Fiskus.