Aktualisiert am

Steuern vergleichen: Kantone und Gemeinden 2026

Zwei bis vier Wohnorte nebeneinander – gleicher Lohn, gleiches Profil, und Sie sehen sofort, wo nach Sozialabgaben und allen Steuern am meisten Netto bleibt.

Sozialabgaben
Direkte Bundessteuer
Kantonssteuer
Gemeindesteuer
Kirchensteuer
Steuern
Nettolohn nach Steuern (pro Jahr)
Nettolohn nach Steuern (pro Monat)
Steuerquote
Differenz zum besten Ort

100 % im Browser · keine Daten werden übertragen · kostenlos

Die günstigsten und teuersten Kantonshauptorte bei 100’000 CHF

Ledig, konfessionslos, 35 Jahre. Vollständige Rangliste im Kantons-Ranking.

HauptortSteuern totalNetto nach Steuern
Zug (ZG)CHF 5’259CHF 83’928
Schwyz (SZ)CHF 8’036CHF 81’151
Appenzell (AI)CHF 10’202CHF 78’985
Stans (NW)CHF 11’233CHF 77’954
Sarnen (OW)CHF 11’244CHF 77’943
Neuenburg (NE)CHF 17’942CHF 71’245
Lausanne (VD)CHF 16’576CHF 72’611
Liestal (BL)CHF 16’566CHF 72’621
Freiburg (FR)CHF 16’295CHF 72’892
Bern (BE)CHF 16’232CHF 72’955

So lesen Sie den Vergleich

Die Tabelle zeigt für jeden Ort die vier Schichten des Nettolohns: Sozialabgaben (überall gleich), direkte Bundessteuer (überall gleich), Kantonssteuer und Gemeindesteuer (die eigentlichen Unterschiede) sowie die Kirchensteuer, falls Sie einer Landeskirche angehören. Die letzte Zeile nennt die Differenz zum besten Ort – das ist der Betrag, den Sie mit einem Umzug pro Jahr sparen oder verlieren würden.

Beachten Sie: Die Standardabzüge des jeweiligen Kantons sind eingerechnet, individuelle Abzüge (Säule 3a, Fahrkosten, Fremdbetreuung) nicht. Vermögenssteuer, Liegenschaften und Krankenkassenprämien bleiben ausser Betracht.

Die Spannweite wächst mit dem Lohn

Der Steuerwettbewerb wirkt nicht bei allen Einkommen gleich stark. Weil die kantonalen Tarife unterschiedlich steil verlaufen, öffnet sich die Schere mit steigendem Lohn – in absoluten Franken deutlich, aber auch relativ. Die folgende Tabelle vergleicht den besten und den schlechtesten Kantonshauptort für drei Lohnstufen, jeweils ledig, konfessionslos, 35 Jahre.

BruttolohnGünstigster HauptortNettoTeuerster HauptortNettoDifferenz
60’000 CHFZugCHF 52’069NeuenburgCHF 45’733CHF 6’336
100’000 CHFZugCHF 83’928NeuenburgCHF 71’245CHF 12’683
150’000 CHFZugCHF 122’408NeuenburgCHF 101’669CHF 20’740

Bei 60’000 CHF beträgt der Unterschied zwischen den Extremen CHF 6’336 pro Jahr, bei 150’000 CHF bereits CHF 20’740. Für ein Haushaltsbudget im mittleren Einkommensbereich ist der Wohnort damit ein Faktor von der Grössenordnung eines Monatslohns – für hohe Einkommen von mehreren. Innerhalb eines Kantons kommt die Gemeindewahl hinzu, die je nach Kanton nochmals eine ähnliche Spannweite eröffnet.

Was innerhalb eines Kantons passiert

Der Kantonsvergleich beantwortet nur die halbe Frage. Die zweite Hälfte spielt sich innerhalb des gewählten Kantons ab, und sie wird regelmässig unterschätzt. Die Gemeindesteuer wird als Prozentsatz der einfachen Kantonssteuer erhoben; zwischen der günstigsten und der teuersten Gemeinde desselben Kantons liegen deshalb oft ähnlich viele Franken wie zwischen zwei mittleren Kantonen – bei identischem Kantonstarif, identischer Sprache und häufig weniger als zwanzig Minuten Fahrweg.

Genau darum akzeptiert der Vergleich oben nicht nur Kantone, sondern konkrete Gemeinden: Sie können vier Orte innerhalb desselben Kantons nebeneinanderstellen, oder zwei Kantone mit je zwei Gemeinden. Das Ergebnis ist in beiden Fällen der Nettolohn nach Sozialabgaben und allen drei Steuerebenen – die einzige Zahl, die sich sinnvoll vergleichen lässt. Ein Steuerfuss von 95 Prozent in einem Kanton ist nämlich nicht günstiger als 1,6 Einheiten in einem anderen: Die Bezugsgrössen sind unterschiedlich definiert.

Für den vollständigen Überblick über Ihre eigene Situation – mit 13. Monatslohn, Bonus, Teilzeitpensum, Kindern und Konfession – nutzen Sie den Lohnrechner: Er rechnet dieselben vier Schichten für eine einzelne Gemeinde, dafür mit allen Optionen. Wer an der Quelle besteuert wird, findet die entsprechende monatliche Retenue im Quellensteuer-Rechner, dessen Tarife bereits eine durchschnittliche Gemeindesteuer enthalten und deshalb nicht nach Wohnort variieren.

Bevor Sie wegen der Steuern umziehen

Die Steuerersparnis ist die am leichtesten zu berechnende Grösse eines Umzugs – und selten die grösste. Rechnen Sie die folgenden Posten gegen, bevor Sie entscheiden:

  • Miete oder Kaufpreis. Steuergünstige Gemeinden sind in der Regel auch gefragte Wohnlagen. In den Kantonen Zug und Schwyz frisst die Wohnkostendifferenz die Steuerersparnis für viele Haushalte vollständig auf.
  • Pendelkosten und Zeit. Ein Generalabonnement, ein zweites Auto oder täglich vierzig Minuten mehr Weg sind reale Kosten. Steuerlich abziehbar ist der Arbeitsweg beim Bund nur bis 3’200 CHF, in den Kantonen unterschiedlich begrenzt.
  • Krankenkassenprämien. Sie folgen der Prämienregion, nicht dem Steuerfuss. Zwischen Genf und Appenzell Innerrhoden liegen für einen Erwachsenen mehrere Tausend Franken im Jahr – manchmal in dieselbe Richtung wie die Steuern, manchmal dagegen.
  • Vermögenssteuer. Sie ist kantonal geregelt und in diesem Vergleich nicht enthalten. Bei grösserem Vermögen kann sie die Rangfolge verschieben.
  • Stabilität. Steuerfüsse werden jährlich neu beschlossen. Eine Gemeinde, die heute günstig ist, kann in drei Jahren erhöhen – besonders kleine Gemeinden schwanken stark.

Wie Kantons- und Gemeindesteuer technisch zustande kommen, erklärt der Ratgeber Steuerfuss erklärt; die vollständige Rangliste aller Hauptorte steht im Kantons-Ranking.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Umzug wegen der Steuern?

Bei 100’000 CHF Bruttolohn liegen zwischen dem günstigsten Kantonshauptort (Zug) und dem teuersten (Neuenburg) CHF 12’683 pro Jahr. Ob sich ein Umzug lohnt, entscheidet sich aber nicht an dieser Zahl allein: Mietzinsunterschiede, Pendelkosten und Pendelzeit fressen die Ersparnis in Agglomerationen häufig auf. Der Rechner liefert die Steuerseite der Rechnung, den Rest müssen Sie selbst dazustellen.

Warum ist die Gemeinde so wichtig?

Die Gemeindesteuer wird als Prozentsatz der einfachen Kantonssteuer erhoben. Im Kanton Zürich reicht der Gemeindesteuerfuss von 72 % (Kilchberg) bis über 120 %; im Kanton Bern von unter 1,3 bis über 2,0 Einheiten. Bei gleichem Kanton und Lohn entstehen so Differenzen von mehreren tausend Franken.

Berücksichtigt der Vergleich die Krankenkassenprämien?

Nein, und zwar bewusst nicht. Krankenkassenprämien sind keine Steuer: Sie hängen von der Prämienregion, der gewählten Franchise und der Kasse ab — drei Grössen, die für jeden Haushalt anders ausfallen und in einem Steuervergleich nicht abbildbar sind. Vergleichen Sie sie separat, bevor Sie ein Fazit ziehen: Auch hier betragen die Unterschiede zwischen den Kantonen mehrere tausend Franken pro Jahr.

Auf welchem Steuerjahr beruht der Kantonsvergleich?

Der Vergleich beruht durchgehend auf den Steuertarifen und Steuerfüssen 2026 gemäss der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Eine Ausnahme bildet der Kanton St. Gallen, für den die Daten 2026 noch nicht publiziert sind; dort werden bis auf Weiteres die Werte 2025 verwendet. Das ist beim Lesen des Vergleichs zu berücksichtigen, weil St. Gallen dadurch leicht anders eingeordnet sein kann als mit aktuellen Zahlen.

Verwandte Rechner & Ratgeber

Quellen

Mottalib Radif

Verfasst von Mottalib Radif

MBA INSEAD · Experte für persönliche Finanzen und Steuern

Stand 2026, zuletzt aktualisiert am 2026-09-16